Kinder & Jugendliche

Kinder/Jugendliche können für sie belastende Situationen häufig nicht durch Sprache zum Ausdruck bringen. Vielmehr entwickeln sie auffälliges Verhalten: Dies können Ängste, Traurigkeit, Verschlossenheit, Rückzug, aber auch Verweigerung, aggressive oder delinquente Verhaltenszüge (d.h. rechtliche Strafverstösse: stehlen, massives Bedrohen anderer etc.) sein.

Standortbestimmung von Kindern und Jugendlichen

Zu Beginn einer Beratung oder Therapie von Kindern findet im Rahmen der Standortbestimmung in der Regel eine umfassende Abklärung statt. Diese beinhaltet Tests, Interviews, Fragebögen, Zeichnungen, etc. und gegebenenfalls ein Gespräch mit den Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen.

Im Rahmen einer Standortbestimmung werden n icht nur Problemfelder, sondern auch bereits vorhandene Lösungsansätze, Stärken und Ressourcen identifiziert. Zudem werden erste mögliche Ziele besprochen und definiert.

Je nach Situation kann die Abklärung mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen. In der Regel erfordert eine Abklärung ungefähr

  • 2 mal 120 Minuten Abklärung mit dem Kind
  • 60 Minuten Gespräch mit Eltern und/oder anderen wichtigen Bezugspersonen
  • 30 Minuten Auswertungszeit sowie
  • 60 Minuten Auswertungsgespräch mit allen Beteiligten. Je nach Wunsch kann auch die Lehrperson eingeladen werden.

Es ist mir wichtig, ein möglichst umfangreiches Bild vom Leben eines Kindes oder Jugendlichen zu erhalten. Bei Problemen, die hauptsächlich in der Schule oder zu Hause auftreten, biete ich zusätzlich einen Schul- oder Hausbesuch an. Dieser dauert etwa eine bis zwei Stunden, kann sehr aufschlussreich sein und viele neue Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Manchmal führen bereits geringe Veränderungen zu einer Entspannung der Situation, beispielsweise ein Sitzplatzwechsel in der Schule oder ein anderer Ort, an dem das Kind seine Hausaufgaben machen kann. Zudem treten gerade bei hyperaktiven, unkonzentrierten Kindern geschilderte Probleme in der Beratungssituation selten auf, was die professionelle Einschätzung eines Problems erheblich erschweren kann. Selbstverständlich wird der Grund eines Schulbesuches vertraulich behandelt.

Beratung und Therapie

Beratung und Therapie bei Kinder und Jugendlichen gestaltet sich anders als bei Erwachsenen. Bei Kindern kommen je nach Schwierigkeiten Techniken wie Malen, Spielen und Rollenspiele, aber auch konkrete Verhaltensveränderungs-Methoden zum Einsatz.

Bei Kindern werden in der Regel auch die Bezugspresonen in den Prozess einbezogen. Die Art dieses Einbezugs richtet sich nach Ihren konkreten Bedürfnissen und Fragestellungen.

Jugendlichen ist ihre Eigenständigkeit häufig sehr wichtig. Ziel der Beratung/Therapie ist es daher, die Ressourcen der Jugendlichen zu aktivieren und ihrer Handlungsmöglichkeiten zu erweitern (z.B. ich lerne meine Wut Auszudrücken, statt aggressiv zu reagieren etc.). Wichtige Fragen neben der Identitätsfindung (wer bin ich), sind Themen der Zugehörigkeit (Gleichaltrige) und der Ablösung.

Das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Selbständigkeit und des Gefühls der Abhängigkeit von den Eltern ist für Jugendliche nicht immer einfach zu bewältigen. Die Arbeit mit Jugendlichen alleine, oder aber unter Einbezug anderer Familienmitglieder ist möglich. Dies wird im Einzelfall direkt besprochen.

Häufige Frage- und Problemstellungen bei Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen einer Beratung oder Therapie angegangen werden können, sind:

  • Fämiliäre Probleme, Ablösungskrisen, Folgen von Scheidung
  • Schulische Probleme wie Prüfungsangst, Blackout, Lernprobleme, Schulverweigerung, Mobbing und Integrationsprobleme
  • Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen
  • Expansive Verhaltensstörungen
  • Soziale Unsicherheit
  • Selbstwertprobleme
  • Umgang mit Stress
  • Ängste, Zwänge, Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Tauchen mit Jugendlichen

Gruppensitzungen mit Kindern oder Jugendlichen

Bei Kindern wie auch bei Jugendlichen besteht neben Einzelsitungen auch die Möglichkeit von Gruppensitzungen. Gruppen können sinnvoll sein, um den Umgang mit schwierigen Situationen gemeinsam zu üben und die Chance bieten, einen guten Kontakt zu anderen Kindern herstellen zu lernen. Zudem schaffen sie die Gelegenheit, in einem geschützten Rahmen ein Feedback über sich zu erhalten. Wie wirke ich auf andere Kinder/Jugendliche? Was gefällt oder nervt an mir? Gruppensitzungen schliessen in der Regel an eine Einzelberatung/-therapie an und ergänzen diese.

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